Pferdesteuer – Nein Danke!

Pferdesteuer – Nein Danke!

Kaum ein Thema sorgte in den letzten Monaten für mehr Unmut in Reiterkreisen als die Pferdesteuer! Gesprochen wurde über sie schon seit einigen Jahren. Eingeführt wurde sie dieses Jahr in dem hessischen Städtchen Bad Sooden-Allendorf mit 200€ pro Pferd. Weitere Kommunen sind schon in Planung gegangen. Es stellt  sich die Frage inwieweit man von einem Flächenbrand sprechen muss, der sich rasend schnell ausweitet.

Doch warum plötzlich jetzt? Eine Antwort bzw. die Antwort im Fall von Bad Sooden-Allendorf ist die marode Finanzlage des Ortes. Dafür müssen nun Pferdebesitzer, Reitstallbesitzer, Kindern und Eltern gerade stehen. Ja, denn alle die Reiten und Pferde besitzen sind reich… . Sicherlich besitzen auch eine Vielzahl an vermögenden Personen Pferde, doch ein anderer großer Personenkreis, der den Reitsport ausübt, ist weder reich, noch hat er einen Dukatenesel im Garten stehen. Viele davon sparen sich ihre Reitstunden und Pferde zusammen, verzichten auf Urlaub, Ausgehen und sämtliche andere Sachen. Für diese Personen kommt eine Pferdesteuer alles andere als gelegen. Aus diesem Grund finde ich es eine Unverschämtheit wenn Laien sich freuen das nun endlich auch die „reichen Pferdebesitzer“ bluten müssen. Als Hundebesitzer muss man ja auch zahlen….  Mit dem Unterschied, dass um das Pferd drumherum eine riesen Industrie angewachsen ist, die vor keinem Pferdebesitzer und Reiter halt macht und die Kosten auch auf Reitstunden umgewälzt werden. Das fängt bei der Ausrüstung an, geht über die medizinische Versorgung (Zähne müssen jährlich kontrolliert und gemacht werden; regelmäßige Impfungen, Wurmkuren, etc.), Hufschmied (alle 6-8 Wochen), Unterricht, Beritt, Seminare, Bücher, DVD’s, Pension…. und, und, und. Die Liste könnte man noch ewig fortsetzen. An all diesen Kosten verdienen nicht nur diejenigen mit den entsprechenden Berufen, sondern auch der Staat und die Gemeinden. Wenn man diese Kosten bzw. Ausgaben einmal gegenüber stellt mit den Kosten die ein Hund verursacht, sind hämischer Bemerkungen vollkommen unangebracht!

Auch andere Orte wollen ihre Gemeindekassen gerne aufbessern, natürlich nicht alle durch eine Pferdesteuer. Doch für viele ist dies ein gefundenes Fressen, denn es ist schließlich einfacher jemanden eine Steuer aufzubrummen, als der Wahrheit ins Gesicht zu sehen das eine Vielzahl von Investitionen für manche Orte schlichtweg unnütz waren. In diesem Fall müssten einige hochgestellte Herren und Damen Fehler einräumen… natürlich hat niemand Fehler gemacht, die machen nur andere!

 

Argumente gegen eine Pferdesteuer

Dieses obige ausgeführte Argument bezieht sich auf die Aussage Pferdesteuer = Luxussteuer. Doch wie bereits erwähnt sind nur die wenigsten Reiter vermögend!

Einige weitere Argumente sind:

Reiten als Freizeitausübung von Kindern und Jugendlichen

Ein Großteil der Aktiven sind Kinder und Jugendliche. Durch den Reitsport erlernen Kinder und Jugendliche eine Vielzahl an Schlüsselkompetenzen (Verantwortung, Teamfähigkeit, Selbstständiges Arbeiten, etc.), die sich auch positiv auf ihr späteres Leben auswirken. Zudem werden sie raus aus der Wohnung, weg vom Fernsehr, Computer, Spielkonsole etc. geholt. Desweiteren wird immer wieder beklagt das unsere Kinder immer dicker werden. Reiten ist Bewegung, es ist Sport und macht fit. Somit ist es zugleich auch eine Prävention. Die Pferdesteuer müsste auf die Kosten für die Reitstunden umgewälzt werden. Dies führt wiederum zu einer höheren Belastung der Ausgaben der Eltern.

Pferde und Reiten helfen behinderten Menschen

Reiten dient als Rehabilitationsmaßnahme für kranke und behinderte Menschen. Die Kosten sind dafür schon sehr hoch und müssen von den Betroffen selbst getragen werden. Die Erfolge durch therapeutische Maßnahmen mit Pferden sind beachtlich.  Durch eine Steuer müssten auch hier die Betroffenen noch tiefer in die Tasche greifen.

Reiten ist Sport

Generell wird zu wenig Sport getrieben! Unsere Gesellschaft, allen voran die Kinder und Jugendlichen werden immer dicker. Gründe dafür sind die mangelnde Bewegung und ungesundes Essen. Reiten ist ein fantastischer Sport, da gleichzeitig mehrere Muskelgruppen trainiert werden, sowie das Herz – Kreislaufsystem, also die Ausdauer. Neben der Reiterei fangen früher oder später viele Reiter auch an, einen Ausgleichssport zu treiben, sich vermehrt zu dehnen und allgemein mehr auf ihre Gesundheit zu achten, somit auch auf ihre Ernährung. Somit wirkt sich der Reitsport auch positiv auf andere Lebensbereiche aus.

Reiten ist Glück auf vier Beinen

Sorgen, Probleme, Stress und vieles mehr kann während des Reitens einfach mal vergessen werden. Man konzentriert sich für eine gewisse Zeit auf einen anderen Partner und sich selbst. Am Ende hat man nicht nur neue Kraft geschöpft, sondern sieht die Dinge auch anders. Probleme lassen sich besser lösen, wenn der Kopf auch mal zur Ruhe und Abstand kommt. Auch wenn dies nur ein kleiner Punkt ist, er ist ebenso wichtig!

Es könnten hier noch eine Vielzahl an weiteren Gründen genannt werden, warum die Pferdesteuer sich kontraproduktiv auswirkt. Es wird immer davon gesprochen wie wichtig Kinder für unsere Zukunft sind. Doch wenn wir den Kindern, die gerne den Reitsport ausüben möchten, dies nehmen, wie entwickeln sie sich dann? Was für Hobbys üben sie dann aus? Lernen sie dann auch eine Vielzahl von Eigenschaften und Kompetenzen die sie durch die Reiterei erworben hätten? Was wird aus dem einstigen Pferdeland Deutschland? Wie wirkt sich das auf die Zucht aus und den damit verbundenen Export von Pferden? Die Antworten auf diese Fragen fallen sicherlich unterschiedlich aus. Fakt ist, dass für noch mehr Kinder und Jugendliche die Reiterei ein Traum bleiben wird!

Um dies nicht Realität werden zu lassen, ist es wichtig das so viele Stimmen wie möglich gegen die Pferdesteuer gesammelt werden. Klickt bitte hier, dann gelangt Ihr zur Online-Petition.

 

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